Renditeberechnung für Immobilien - So geht's richtig

Erfahren Sie, wie Sie die Rendite einer Immobilie korrekt berechnen. Von Bruttomietrendite über Nettomietrendite bis hin zum Cashflow - alle wichtigen Kennzahlen einfach erklärt.

Die Renditeberechnung ist das A und O bei jedem Immobilien-Investment. Wer ohne genaue Zahlen kauft, riskiert böse Überraschungen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die wichtigsten Rendite-Kennzahlen berechnen.

Bruttomietrendite

Die Bruttomietrendite ist der einfachste Einstieg. Sie setzt die jährlichen Mieteinnahmen ins Verhältnis zum Kaufpreis:

Formel:

Bruttomietrendite = (Jahreskaltmiete / Kaufpreis) × 100

Beispiel: Sie kaufen eine Wohnung für 200.000 € und vermieten sie für 800 € kalt pro Monat.

  • Jahreskaltmiete: 800 € × 12 = 9.600 €
  • Bruttomietrendite: (9.600 / 200.000) × 100 = 4,8 %

Die Bruttomietrendite eignet sich gut für einen ersten Vergleich verschiedener Objekte. Für eine fundierte Entscheidung reicht sie allerdings nicht aus.

Nettomietrendite

Die Nettomietrendite berücksichtigt die Kaufnebenkosten und die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten:

Formel:

Nettomietrendite = ((Jahreskaltmiete - Bewirtschaftungskosten) / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten)) × 100

Beispiel (aufbauend auf dem obigen):

  • Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler): ca. 25.000 €
  • Nicht umlagefähige Kosten (Instandhaltung, Verwaltung, Leerstand): ca. 1.500 € / Jahr
  • Nettomietrendite: ((9.600 - 1.500) / (200.000 + 25.000)) × 100 = 3,6 %

Cashflow-Berechnung

Der Cashflow zeigt Ihnen, ob die Immobilie sich monatlich selbst trägt:

Formel:

Monatlicher Cashflow = Mieteinnahmen - Kreditrate - Bewirtschaftungskosten - Rücklagen

Bei einer Finanzierung mit 80 % Fremdkapital (180.000 €) zu 3,5 % Zins und 2 % Tilgung:

  • Monatliche Kreditrate: ca. 825 €
  • Mieteinnahmen: 800 €
  • Bewirtschaftungskosten: ca. 125 € / Monat
  • Monatlicher Cashflow: -150 €

In diesem Beispiel müssten Sie monatlich 150 € zuschießen. Das kann dennoch eine gute Investition sein, wenn der Wertzuwachs und die Tilgung dies kompensieren.

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite ist oft die aussagekräftigste Kennzahl für Investoren:

Formel:

Eigenkapitalrendite = (Jahresüberschuss + Tilgung) / eingesetztes Eigenkapital × 100

Diese Kennzahl zeigt den sogenannten Leverage-Effekt: Durch Fremdfinanzierung kann die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital deutlich höher sein als die Objektrendite.

Fazit

Eine sorgfältige Renditeberechnung schützt vor Fehlentscheidungen. Nutzen Sie alle Kennzahlen gemeinsam, um ein vollständiges Bild zu erhalten. Besonders wichtig: Rechnen Sie konservativ und planen Sie Puffer für unerwartete Kosten ein.

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